Erstellt von Isabella Huber

Kapuzinerkloster Münster: Ein Gemüsegarten als Oase der Artenvielfalt

Gemüsegarten, Weg, Haus
Der Gemüsegarten des Kapuzinerklosters Münsters ist jeden Tag für Besucher geöffnet

Ein Biotop mitten in der Stadt: Durch den Klostergarten können sich Besucherinnen und Besucher auf Wunsch auch führen lassen | Foto: Farina Schildmann

Der 1,5 Hektar große Gemüsegarten des Kapuzinerklosters Münster ist seit über 100 Jahren eine Quelle der Vielfalt – für Pflanzen, für Menschen, für Ideen. Acht Brüder und 30 Studierende leben hier an einem Ort, der sich im Wandel befindet

Im vergangenen Herbst lebten noch 25 Brüder hier, aktuell sind es acht. Natürlich kann man bedauern, dass die Pflegestation verlegt werden musste; man kann sich ärgern, dass der Hochschule das Geld ausgeht und die Nachwuchs­theologen jetzt in Salzburg leben und lernen – oder man macht das Beste draus und vermietet die frei gewordenen Zimmer an Studierende. Es gehört zum Ordens­prinzip, dass sich was ändert. Wer Kapuziner wird, entscheidet sich nicht für einen Ort und ein Kloster, sondern für eine Lebensform: Mendikanten-, also Bettelorden, sind der Armut verpflichtet, Reichtümer anhäufen geht nicht, gearbeitet wird mit und für die Welt – und dabei stehen Menschen im Vordergrund und keine Häuser.

Bruder Laurentius ist dafür das beste Beispiel: Studiert hat er in Münster und Salzburg, er war Diakon in Mainz, hat als Neupriester in der Frankfurter Aids­hilfe gearbeitet, lebte acht Jahre in Mexiko. Nachdem er in Bildungshäusern und Pfarreien gearbeitet hat, ist er jetzt wieder in Münster, leitet das Kloster und gestaltet den Umbruch. Abt ist er ausdrücklich nicht, weil es so was bei den Kapuzinern nicht gibt. Auch Ämter werden nicht angehäuft, sondern regelmäßig neu verhandelt und gewählt.

Trotzdem gibt es auch in Münster Dinge, die sich nicht verändern: Der 1,5 Hektar große Klostergarten dient seit über hundert Jahren der Versorgung der Brüder und ist gleichzeitig ein Ort der Artenvielfalt mitten in der Stadt. Hier summt und brummt es, hier duften Kräuter und singen Vögel. Es gibt Obstwiesen, Gemüsebeete und Beeren­sträucher, einen kleinen Hochwald und den Klosterfried­hof. Tagsüber steht diese Oase Besuchern offen, vor allem aber freuen sich die Gärtner und der Küchenchef über das Wieder­erwachen der Natur, weil der Speiseplan der Klosterküche mit frischen Kräutern und ersten eigenen Radieschen spannender wird. Vor ein paar Jahren ist so ein Kochbuch entstanden – mit vielen vegetarischen Rezepten, weil Kapuziner an mindestens drei Tagen pro Woche auf Fleisch verzichten. 

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Klosterküche im Rhythmus der Natur

Das Kochbuch des Kapuzinerklosters Münster vereint über 60 saisonale Rezepte – von einfachen Alltagsgerichten bis zu festlichen Menüs. Mit nachhaltigen Zutaten, altem Klosterwissen und praktischen Tipps lädt es dazu ein, im Einklang mit der Natur zu kochen:

Thomas Ahlers, Bernd Beermann, Thomas Dienberg
Klosterküche: Jahrhunderte altes Wissen frisch auf den Tisch
LV.Buch im Landwirtschaftsverlag
206 Seiten, Hardcover 19,5 x 27 cm
€ 32,00 (D)
978-3-7843-5731-7
Zu bestellen über die Steyler Buchhandlung.

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